Testbericht Freiarm - Nähmaschine Privileg 4434

Die Privileg ist ein Nähmaschinen-Modell von der Versandhaus-Firma Quelle.



Im Lieferumfang enthalten:

Allgemeines:
Die Nähmaschine Privileg 4434 sieht schon mal äußerlich sehr attraktiv aus: alle Kanten sind abgerundet und die Bezeichnungen sind mit einem netten Blauton aufgedruckt. Besonders in's Auge fällt das Display oben auf dem Freiarm, zu dem ich später noch komme.

Die Maschine verfügt über x verschiedenen Nähprogramme die in zwei verschiedene Gruppen unterteilt sind: bei der einen Gruppe kann man die Stichbreite variieren, bei der anderen Gruppe nicht. Letztere sind die sogenannten Super-Nutzstiche.
Seitlich an der Maschine befinden sich zwei Auswahl-Rädchen. Das untere ist dazu da, das Nähprogramm auszuwählen, das obere dazu, die Stichbreite anzugeben. Wenn man das Stichbreiten-Rädchen über die null hinaus dreht, dann kommt man automatisch zu den Super-Nutzstichen.
Die jeweilige Auswahl des aktuellen Nähprogramms wird auf dem Display angezeigt. Zusätzlich wird jeweils die Information, welcher Nähfuß (alle sind mit Buchstaben versehen) und welche Stichbreite empfohlen wird mit angegeben. Ob man sich daran hält oder nicht ist jedermann bzw. -frau selbst überlassen.

Die Nähmaschine hat erst einmal die ganz normalen Nähprogramme, wie geradeaus nähen, entweder mittig oder nach links oder rechts versetzt, dann Zickzack-Stich in verschiedenen Stichbreiten- und Längen und den schon erwähnten Knopfloch-Stich, bzw. das gesamte Knopfloch-Programm. Diese Stiche wird man vermutlich am häufigsten benötigen. Hinzu kommen noch einige Zierstiche wie der Muschelstich oder ....
Bei den Super-Nutzstichen ist der dreifache Geradeaus-Stich besonders praktisch. Er sieht aus wie eine einfache Naht, ist aber etwas dicker und zudem noch elastisch. Das ist besonders interessant, wenn man Dessous nähen möchte, die ja überwiegend aus elastischem Stoff gefertigt werden.
Des weiteren gibt es ein paar interessante Overlock-Stiche. Hier wird auf der rechten Seite eine ganz "normale" Naht genäht, aber die Nadel geht immer wieder nach rechts rüber (man sollte den Stoff so führen, daß dies genau der Nahtkante entspricht) und versäubert somit zugelich die Nahtzugabe.

Das Einfädeln:
Die Garnspule liegt bei der 4434 waagerecht und wird einfach seitlich auf eine Halterung geschoben. Damit sie nicht runterrutscht, liegen der Maschine zwei verschieden große Deckel bei, die man einfach hinter die Garnrolle auf die Halterung steckt und schon sitzt die Spule bombenfest und das Garn kann sehr gleichmäßig abrollen. Der Weg, der beim Einfädeln genommen werden muß ist mit Pfeilen markiert und sehr einfach zu handhaben.
Kommt man unten zum Nadelöhr kann man ganz bequem einen kleinen Hebel herunterziehen und ein winzigkleines Häkchen wird heruntergelassen. Dies steckt sich automatisch durch das Nadelöhr und man muß den Faden nur hinter das Häkchen klemmen. Läßt man dann den Hebel wieder los, zieht sich der Faden automatisch durch das Nadelöhr und der Faden ist eingefädelt. Ein kleines Feature das ungemein praktisch ist und auf das man schon nach sehr kurzer Zeit nicht mehr vermissen möchte.

Die Unterfadenspule liegt bei diesem Model ebenfalls waagerecht und wird nicht, wie von älteren Maschienen vielleicht bekannt in eine extra Halterung eingesetzt, sondern direkt in ein Fach unter der Nähplatte eingelegt. Das Fach hat eine durchsichtige Abdeckung, so daß man immer im Auge hat, wieviel Unterfaden sich noch auf der Spule befindet. Auch das ist ein sehr praktisches Detail an der 4434.

Das Nähen:
Die Nähgeschwindigkeit läßt sich bei der 4434 mit einem Schieberegler einstellen. Gerade bei etwas kniffligen Arbeiten ist es ja mitunter sinnvoll, daß man eben nicht mir Vollgas darüber weg näht. Dann wird der Regler einfach ganz nach links (zu der Schildkröte) hin geschoben und schon kann man auch bei durchgedrücktem Pedal noch jeden Stich mit den Augen verfolgen.
Etwas Gewöhnungsbedürftig ist die automatische Nadelposition in der Ruhestellung. Das bedeutet, daß, sobald man den Fuß vom Pedal nimmt, die Maschine immer noch ihren Stich zuendeführt und die Nadel danach nach oben in die Ausgangsposition gebracht wird. Wenn man also über Eck nähen möchte und dazu die Nadel lieber im Stoff stecken lassen möchte, muß man die Nadel in so einem Fall also nachdem die Maschine angehalten wurde, durch drehen am Handrad wieder in den Stoff hinunterlassen und kann den Stoff dann drehen. Diese automatische Ausgangsposition ist besonders gewöhnungsbedürftig aber im Grunde auch nicht schlecht, weil man so immer den Stoff gut unter dem Nähfuß wegziehen kann und sich nicht noch eine Nadel halb darin befindet.
Außerdem hat die Maschine eine elektronisch gesteuerte gleichbleibende Durchstichkraft, was vor allem verhindert, daß die Nadeln nicht so häufig abbrechen. Wenn man beispielsweise über unregelmäßig viele Stofflagen näht, also das zu nähende mal dünner und mal dicker ist, dann sorgt diese Funktion dafür, daß nicht mit aller Wucht auf die dickeren Stofflagen eingestochen wird, sondern die Nadel geht kontinuierlich aber kontrolliert durch die dickeren Stofflagen durch, einfach, indem die Maschine die Durchstichkraft reguliert. Nur wenn die Maschine gar nicht durchkommt, dann ruckelt sie sehr und man erschreckt sich, doch auch hier ist mir noch nie eine Nadel abgebrochen, was mit anderen Maschinen sonst sicherlich schon längst der Fall gewesen wäre.
Besonders möchte ich auf die ausgezeichnete Qualität beim Rückwärts-Nähen mit dieser Maschine hinweisen. Auch hier sind mir früher schon öfter Nadeln abgebrochen, weil beim Rückwärts-Nähen einfach weniger Kraft aufgewendet wurde als beim vorwärtsnähen. Die 4434 näht auch rückwärts sehr kraftvoll und kontrolliert und es ist die wahre Freude, zu beobachten, wie sie sich auch rückwärts durch die Stofflagen bohrt.

Der Obertransport-Fuß:
Der mitgeliefertes Obertransport-Fuß sieht etwas klapperig aus, ist aber auch sehr hilfreich, vor allem dann, wenn man rutschige Stoffe oder welche, die sich gegeneinander verschieben verarbeiten möchte. Der Fuß wird so an der Maschine angebaut, daß der Heben über der Feststellschraube für die Nähnadel liegt. Dadurch wird bei jedem Heben und Senken der Nähnadel ein Mechanismus in Gang gesetzt, der, so wie beim Untertransport die Stofflage greift und weiter transportiert. Ist ein bischen lauter als das herkömmliche Nähen aber eben auch äußerst praktisch.

A propos Lautstärke: Die 4434 ist nicht besonders laut und auch nicht besonders leise. Sie hat eine ganz normale Durchschnitts-Betriebslautstärke.

Mein Fazit:
Ich nähe jetzt seit ca. 1,5 Jahren mit der 4434 und kann vor allem sagen, daß sie ein sagenhaftes Preis-Leistungsverhältnis bietet. Der reguläre Preis bzw. die unverbindliche Preisempfehlung war wohl seinerzeit 399,- Euro, ich hatte zugeschlagen, als sie bei Quelle im Sonderangebot um 50% reduziert war. Somit war das Schätzchen für 199,- Euro meins. Bisher hat sie noch alles genäht, was ich ihr vorgesetzt habe: Futterstoffe, Stretch, Jersey, Frottee, Jeans, Cord, Köper...
Auf das Display hätte man meiner Meinung nach auch verzichten können, denn wenn die Rädchen einen entsprechenden Aufdruck hätten, dann bräuchte man die Anzeige wirklich nicht. Na, es soll vielleicht dadurch trendiger und moderner aussehen. Ansonsten habe ich rein gar nichts an der Privileg 4434 auszusetzen. Interessant wäre vielleicht noch zu erwähnen, daß im Internet einige Gerüchte darüber kursieren, daß in den Privileg-Maschinen die Modelle anderer namhafter Hersteller stecken und diese nur mit einem anderen Aufdruck versehen werden. In der Tat hat die 4434 eine frappierende Ähnlichkeit mit dem Modell Janome 5050, was natürlich auch reiner Zufall sein könnte.
Verfasser: Melanie Kuipers, Meppen - info@overlock-coverlock.de

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